Editorial

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Corpus Delicti


Corpus Delicti


Im diesjährigen Theaterprojekt gingen Schülerinnen und Schüler der Frage nach, ob das Streben nach Gesundheit eine Gesellschaft krank machen kann.

 

Text Lukas Hunziker

Fotos Michael Meier

 

Die deutsche Erfolgsautorin Juli Zeh entwirft in ihrem Stück «Corpus Delicti» ein düsteres Bild unserer Zukunft. Auf den ersten Blick scheint die Welt im Jahr 2057, die sie beschreibt, zwar harmonisch und friedlich; es gibt weder Kriege noch Krankheit. Die Menschen leben nach der so genannten METHODE, einer neuen Ideologie, welche die absolute Gesundheit als das einziges Ziel des Menschen erklärt. Doch die absolute Gesundheit hat ihren Preis: Jegliche Genussmittel sind ebenso verboten wie Spaziergänge in freier Natur. Stattdessen strampeln die Menschen in sterilen Wohnungen ein Pflichtpensum auf dem Hometrainer ab und ernähren sich aus Nahrungsmitteltuben.

In dieser Welt lebt auch die Hauptfigur des Theaterstücks – Mia Holl. Bis vor Kurzem war auch sie eine treue Anhängerin der METHODE, doch als ihr Bruder zu Unrecht angeklagt und zum Tode verurteilt wird, wird sie von einer Mitläuferin zur Rebellin. Sie ist nicht die erste, der es so geht.

Gerade in der Jugendliteratur war in den letzten Jahren kaum ein Genre so erfolgreich wie jenes der Dystopie, in dem oft jugendliche Heldinnen und Helden gegen einen totalitären Überwachungsstaat kämpfen. Kein Wunder liessen sich die Schülerinnen und Schüler der Theatergruppe für den Stoff begeistern.

Fast ein Jahr lang befassten sich die fünfzehn Schülerinnen und Schüler unter der Regie von Anna Friedli und Lukas Hunziker mit Juli Zehs Stück – lernten fleissig Text, gestalteten die futuristische Bühne und begaben sich auf die Suche nach Kostümen, die man im Jahr 2057 tragen könnte ­– bis sie schliesslich im Scheinwerferlicht der Schadaubühne standen, um eine Zukunft zu zeigen, die uns blühen könnte, wenn wir uns Gesundheit nicht mehr nur wünschen, sondern dazu gezwungen werden.

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Abschlussklassen

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Corpus Delicti


Im diesjährigen Theaterprojekt gingen Schülerinnen und Schüler der Frage nach, ob das Streben nach Gesundheit eine Gesellschaft krank machen kann.

 

Text Lukas Hunziker

Fotos Michael Meier

 

Die deutsche Erfolgsautorin Juli Zeh entwirft in ihrem Stück «Corpus Delicti» ein düsteres Bild unserer Zukunft. Auf den ersten Blick scheint die Welt im Jahr 2057, die sie beschreibt, zwar harmonisch und friedlich; es gibt weder Kriege noch Krankheit. Die Menschen leben nach der so genannten METHODE, einer neuen Ideologie, welche die absolute Gesundheit als das einziges Ziel des Menschen erklärt. Doch die absolute Gesundheit hat ihren Preis: Jegliche Genussmittel sind ebenso verboten wie Spaziergänge in freier Natur. Stattdessen strampeln die Menschen in sterilen Wohnungen ein Pflichtpensum auf dem Hometrainer ab und ernähren sich aus Nahrungsmitteltuben.

In dieser Welt lebt auch die Hauptfigur des Theaterstücks – Mia Holl. Bis vor Kurzem war auch sie eine treue Anhängerin der METHODE, doch als ihr Bruder zu Unrecht angeklagt und zum Tode verurteilt wird, wird sie von einer Mitläuferin zur Rebellin. Sie ist nicht die erste, der es so geht.

Gerade in der Jugendliteratur war in den letzten Jahren kaum ein Genre so erfolgreich wie jenes der Dystopie, in dem oft jugendliche Heldinnen und Helden gegen einen totalitären Überwachungsstaat kämpfen. Kein Wunder liessen sich die Schülerinnen und Schüler der Theatergruppe für den Stoff begeistern.

Fast ein Jahr lang befassten sich die fünfzehn Schülerinnen und Schüler unter der Regie von Anna Friedli und Lukas Hunziker mit Juli Zehs Stück – lernten fleissig Text, gestalteten die futuristische Bühne und begaben sich auf die Suche nach Kostümen, die man im Jahr 2057 tragen könnte ­– bis sie schliesslich im Scheinwerferlicht der Schadaubühne standen, um eine Zukunft zu zeigen, die uns blühen könnte, wenn wir uns Gesundheit nicht mehr nur wünschen, sondern dazu gezwungen werden.

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