Nach einer fünfjährigen Pause stand letzten Herbst in der Projektwoche vor den Herbstferien wieder das Angebot «Togo» auf der Liste. Dank des Vereins «Togo-Thun» und der Partnerschaft der Stadt Thun mit dem togolesischen Dorf Gadjagan kann das Gymnasium Thun in regelmässigen Abständen eine solche Reise anbieten.
Text Raffael Studer, Samira Zurbrügg
Bilder Raffael Studer
So trafen wir uns, elf Schüler/-innen und die drei Leitende, früh morgens am Sonntag des 18. Septembers am Bahnhof Bern. Die Begeisterung fürs Reisen, für fremde Kulturen und für das Unbekannte einte diese kleine Gruppe. Wir wagten das Abenteuer und begaben uns auf eine spannende Reise in das eher unbekannte, touristisch kaum erschlossene Land Togo.
Dabei machten wir Erfahrungen, die unser Weltbild nachhaltig geprägt haben: Wir wurden mit Armut konfrontiert und konnten so erst richtig begreifen, was dies für die betroffenen Menschen bedeutet. Trotzdem wurde uns von allen Seiten eine unglaubliche Herzlichkeit und Grosszügigkeit entgegengebracht.
Im Gadjagan verweilten wir einige Tage und machten uns, indem wir in kleinen Gruppen verschiedene Dorfbewohner begleiteten, mit der Lebensweise im Dorf vertraut, welche wir später in einem Bericht dokumentierten. Der Arzt, der Medizinmann, der Schmied und die Schneiderinnen des Dorfes zeigten uns, wie und mit welchen Mitteln sie ihre Berufe ausüben, Kinder und auch Erwachsene präsentierten mit Stolz ihre Musik, Tänze und Spiele. Wir kamen mit verschiedensten Leuten ins Gespräch und sie erzählten uns von ihrem Alltag, von den Freuden, aber auch von den Schwierigkeiten des Lebens in Togo. So verschieden die Menschen auch waren, gemeinsam waren ihnen ihre Lebensfreude, ihre Güte, der Stolz und die Grosszügigkeit. Sie freuten sich darüber, uns einen Einblick in ihr Leben zu geben und beschenkten uns mit selbstgemachten Schmuckstücken und Werkzeugen.
Geleitet von den Lehrern und einheimischen Führern erhielten wir einen Einblick in die Wasserversorgung in Gadjagan, welche vom Verein «Togo-Thun» aufgebaut worden war. Während unseres Aufenthaltes besuchten wir zudem den Gottesdienst, welcher – typisch afrikanisch – ausgeschmückt war mit viel Musik und Tänzen. Viel Spass bereitete uns auch der Fussballmatch gegen den lokalen Club.
Vor und nach dem Zwischenhalt in Gadjagan reisten wir quer durchs Land und entdeckten so die wunderschöne tropische Natur Westafrikas. Wir badeten unter Wasserfällen und wanderten durch den Regenwald und durch Kaffeeplantagen hinauf auf den höchsten Berg Togos. Unterwegs spielten wir mit Waisenkindern, fuhren auf Motorrad-Taxis durch die Städte und erlebten das Nachtleben von Lomé, welches in keiner Weise vergleichbar ist mit dem, was wir kennen.
Innerhalb der Gruppe kamen wir uns im Verlauf der Reise alle näher und es entwickelten sich Freundschaften und Beziehungen. Aber wir machten auch Bekanntschaften mit Einheimischen; sprachen, lachten, spielten und tanzten mit ihnen. Uns wurde eine völlig andere Art des Lebens und eine fremde Kultur gezeigt, die uns alle faszinierte. Diese Erfahrungen werden wir nie vergessen.







































